5. VITA Charity Workingtest (CWT)
05. Mai 2007 in Wiesbaden

Jagdschloss Platte

Am 05. und 06. Mai 2007 fand auf dem "Jagdschloss Platte" bereits der "5. VITA Charity Workingtest" statt. "VITA Assistenzhunde" ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, körperlich behinderten Menschen mit Hilfe von Assitenzhunden zu mehr Selbständigkeit und Lebensfreude zu verhelfen. Dafür bilden sie " ...speziell ausgewählte Hunde aus, führen sie mit körperlich behinderten Menschen zu Teams zusammen und betreuen die bestehenden Teams das ganze Hundeleben lang weiter.".

Inzwischen ist dieser Carity Workingtest eine Tradition von Vita und dieses Jahr waren wir das zweite Mal dabei. Wir haben unseren Bolle wieder in der Schnupper-Klasse gemeldet, wieder sind wir um 5 Uhr morgens aufgestanden ***gähn, wieder mussten wir spätestens um halb 9 zur Startnummernvergabe da sein. Hat alles gut geklappt und pünktlich um 9 Uhr ging es los mit der traditionellen Eröffnung-Zeremonie und dem Bläser-Corps "Diane"!






Die 5 Richter des Tages, v.l.n.r.: Dr. Robert Kaserer (AT), Werner Haag (CH)
Ruppert Hill (GB), Malcom Stringer (GB) & Lynn Stringer (GB)




Nachdem sich alle Gruppen eingefunden hatten (die fast 60 Hunde, die für die S-Klasse gemeldet wurden, wurden in 5 Untergruppen eingeteilt, die dann die jeweiligen Stationen/Aufgaben abgeklappert haben) und jede Gruppe seinem Steward zugewiesen wurde, konnte es losgehen. In unserer Gruppe starteten 13 Hunde. Im vergangenen Jahr waren es 6. Da wir so viele waren, hatten wir zwischen den verschiedenen Aufgaben ziemlich lange Wartezeiten, in denen es schwierig war, unseren Bolle bei Stange, Laune und Konzentration zu halten. So ein Retriver kann das irgendwie besser, als unser JRT... Die meisten hauen sich in die Ecke und dösen und unser Kerl wollte immer beschäftigt sein oder war auf der Suche nach Dummheiten...




1. Aufgabe

"Einfache Markierung mit Schuss im dichten Wald"

Richter: Malcom Stringer (GB)
Bewertung: (5 von 20 Punkten)

Aufgabenbeschreibung: Wir befinden uns auf einem Waldweg. Auf der einen Seite des Weges geht es ziemlich steil einen Abhang runter in einen dichten Wald mit viel Unter- und Todholz.

Ca. 20 Meter tief im Wald halten sich die Helfer auf, die schiessen und die Dummies werfen. Da wir in der Schnupperklasse sind, hat der Hundeführer die Wahl, ob er den Hund zum Schuss & Markieren an der Leine lässt und ihn erst zum Apport ableint oder nicht. Entscheidet sich der Führer FÜR die Leine, kann es allerdings nicht mehr die volle, sondern höchstens nur noch die halbe Punktzahl (10 Pkt.) geben.

Nach Schuss und Markierung darf der Hund dann geschickt werden.


Umsetzung: Gero hat sich für die Variante ohne Leine entschieden. Das war kein Problem. Wenn Bolle bei Fuss sitzt, ist er beim Schuss sehr steady und konzentriert sich gut auf die Markierung. Los gehts und Bolle stützt brav, zielsicher & problemlos den Abhang runter. Super!

Auf halber Strecke bleibt er zum Schnüffeln und Pinkeln stehen. NICHT Super!!! Und ich sehe die Punkte flöten gehn... Zum Glück lässt er sich gut zurück Pfeifen, kommt propt und setzt sich wieder bei Fuss. Auf ein Neues.

Gero versucht ihn erneut zu schicken, nichts passiert. Bolle sitzt und glotzt. Auch auf das 2. "apport" reagiert er nicht, er geht nicht raus.



Also entscheidet der Richter, eine neue Markierung muss her. Das erste Dummy wird eingesammelt, es folgt ein neuer Schuss und einen neue Markierung. Bolle geht super raus, zielsicher ohne Umweg auf das Dummy, nimmt es auf und kommt gut zurück. Allerdings gibt er das Dummy nicht sauber an Gero zurück, sondern spuckt ihm es vor den Füssen aus, um es nochmal aufzunehmen, und ihm in die Hand auszugeben. Sausack der.

Das war so eine klassische "Leck mich am Ar...- Nummer" von ihm, die uns 15 Punkte gekostet hat. Die selbe Nummer hat er im vergangenen Jahr bei dem selben Richter auch gebracht...
Naja, es gab für diese Aufgabe noch 5 von 20 Möglichen Punkten.





2. Aufgabe

"Einzelmarkierung mit Schuss auf Wiese"

Richter: Ruppert Hill (GB)
Bewertung: (16 von 20 Punkten)

Ruppert Hill meinte scherzen zu müssen. :-) Er schaute sich rund um Gero um und meinte: "Where´s you dog?" HöHö!
Nachdem er die Aufgabe beschrieben hat, rief er zu den Helfern, die die Dummies warfen, ob sie nicht größere Dummies für unseren Hund hätten. Nochmal HöHö! :-)



Aufgabenbeschreibung: Eigentlich eine sehr einfache Aufgabe. Genau das gleiche Prozedere, wie bei der ersten Aufgabe, nur dass die Markierung sehr kurz war und auf einer Wiese lag.

Bolle sitzt ohne Leine bei Fuss, der Schuss kommt, das Dummy fliegt und auf Geros "Apport" geht er sauber und schnell raus, kommt punktgenau bei dem Dummy an, schnappt es sich, rennt schnurstracks zurück und gibt es sauber in die Hand.

Klingt eigentlich nach 20 Punkten, oder? Meine Freundin Pia meinte aber, dass Ruppert so gut wie nie 20 Punkte vergibt. Ok, dann halt 19?

Letzten Endes gab es 16 Punkte dafür. Keine Ahnung, was da nicht gepasst hat. Vielleicht hat er das Dummy nicht mittig gepackt oder die Art und Weise der Abgabe hat ihm nicht gefallen. Bolle sieht halt zu, das Dummy möglichst schnell wieder los zu werden, wo sich die Retriever noch hinsetzen und es eine Weile halten, bevor sie es abgenommen bekommen. Vielleicht gabs deswegen Punktabzug.
Trotzdem klasse, so kennen wir unseren Bolle! Das war gut! Und es gab Applause von den Zuschauern! *freu









3. Aufgabe - Station 3

"Einzel-Walk-Up mit Schuss und Markierung auf einem Waldweg"

Richterin: Lynn Stringer (GB)
Bewertung: (20 von 20 Punkten)

Lynn kennt uns auch schon aus dem letzten Jahr und hat unseren Dicken letztes Jahr fotografiert, um ihn ihren Kollegen in England zu zeigen. Jetzt meine sie zu uns, er sei der bekannteste Terrier in England und meinte, dass sie nächstes Jahr gerne unseren Avelino richten würde, nachdem ich ihr erzählte, dass er bereits Preydummies bringt! :-) Jedenfalls hat sie sich gefreut, uns wieder zu sehen.




Aufgabenbeschreibung: Der Hund läuft Fuss (mit Leine - max. 20 Pkt. oder ohne Leine - max. 10 Pkt.) ca. 10 Schritte vor. Stop und "Sitz". Der Schuss fällt, das Dummie fliegt. Hund und Mensch drehen sich um 180 Grad und gehen die 10 Schritte wieder zurück zu Ausgangspunkt. Hund und Mensch drehen sich wieder zum Dummy hin und der Hund wird geschickt!





Umsetzung: PERFEKT! 20 von 20 möglichen Punkten!!! Aber, da fällt mir ein, einmal hat er kurz gefiept... bei der Kehrtwende vom Dummy weg! Eigentlich ist das nicht erlaubt! Vielleicht hat sie es nicht gehört oder wird nicht so streng bewertet in der S-Klasse.
Aber trotzdem geil!!!









4. Aufgabe an Station 5

"Einzel-Walk-Up ("Pirsch") mit beschossener Markierung"

oder auch

"Absolutes Disaster! Wo ist das große schwarze Loch?"


Richter: Robert Kaserer (AT)
Bewertung: (2 von 20 Punkten)

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Aufgabenbeschreibung: Der Mensch hat wieder die Wahl, ob mit oder ohne Leine. Hund und Führer gehen "bei fuss" einen schmalen Waldweg entlang bis zu einer Lichtung. Direkt NEBEN dem Team läuft der Schütze mit, der WÄHREND des Gehens schon schiesst. Kurz darauf fliegt sehr nah das Dummy. Hund und Mensch stoppen und erst dann darf der Hund auf Kommando los.



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Umsetzung: Da Bolle bei Schuss nicht einpringt (zumindest wenn er sitzt), hat Gero sich wieder für die "ohne Leine" Variante entschieden. Das Problem war, dass der Schütze erstens DIREKT neben Bolle & Gero mitlief und schoss und dass Bolle in dem Fall beim Schuss noch vorne preschte... Das ist echt schwierig zu beschreiben, weil ich auch nicht genau weiss, was da abgegangen ist... Ob er nach vorne ging, weil der Schuss zu nah / zu laut war, weil er sich erschreckte oder weil das Dummy fast direkt vor seiner Nase hergeflogen ist. Keine Ahnung. Jedenfalls hat man richtig gesehen, dass er genau wusste, dass er das nicht darf und konnte sich jetzt nicht entscheiden, ob er wieder zurück will zu Gero oder wegrennen vorm Schuss... Jedenfalls sah es für mich so aus, als würde hinter ihm ne Bombe hochgehen und er hüpft vor Schreck nen Meter vor.

Auf der anderen Seite hat er in dem Moment auch nicht zurück geblickt, um zu gucken, wo das Geräusch her kam. Daher kann es auch sein, dass das sehr nah geflogenen Dummy ihn zu sehr verlockte... Er wollte mir nicht drauf antworten :-)


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Daraufhin hat Gero ihn diesen Meter wieder Zurück geholt, was auch problemlos ging. Als Gero ihn schickte, ging er zwar raus, brachte aber das Dummy nicht. Nach 5 Metern drehte er sich um und guckte fragend Gero an. Kann ich ebenfalls nicht erklären. Daraufhin wurde die Aufgabe neu gestartet und wieder stürzte Bolle beim Schuss direkt nach vorne. Als Gero ihn zurückholte, um ihn dann zu schicken, ging er nicht mehr raus, sondern blieb sitzen. Also wurde die Aufgabe abgebrochen und damit Bolle noch ein kleines Erfolgserlebnis hat, ging der Richter zusammen mit ihm zum Dummy und Bolle hat es apportiert... Ich dachte, das gibt ne Nullrunde. Wir haben aber noch 2 Punkte bekommen.



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5. Aufgabe an Station 4

"Beschossene Markierung und Frei-verloren-Suche"

Richter: Werner Haag (CH)
Bewertung: (19 von 20 Punkten)



Aufgabenbeschreibung: Im Wald lagen 2 Dummies bereits aus ("Bilnds" - die der Hund nicht hat fliegen sehen). Der Hund sitz frei Fuss, es wird geschossen, ein Dummy fliegt. Der Hund soll nun die Markierung apportieren und anschliessend noch eins der beiden Blinds finden. Oder umgekehrt, Reihenfolge egal.


Umsetzung: Bolle geht als erstes zielsicher auf dieMarkierung, bringt sie ordnungsgemäß zurück und wird mit "such" erneut rein geschickt, um ein Blind zu suchen. Zum suchen musste er 2mal aufgefordert werden, hat aber auch das gut gemeistert. 1 Punkt Abzug gabs wegen der 2fachen Aufforderung. 19 von 20 möglichen Punkten. Super!




Im Endeffekt haben wir 62 von 100 möglichen Punkten geholt und sind damit im hinteren Mittelfeld gelandet. In 3 der 5 Aufgaben hat brillierte er in gewohnter Manier und es hat Spass gemacht. Das Wetter hat uns nicht im Stich gelassen, 58 Hunde sind in unserer S-Klasse gestartet, wir haben nette Menschen wiedergetroffen und neue kennengelernt, sehr tolle arbeitende Hunde beobachten können und wieder einiges dazugelernt. Der CWT war wieder einmal sehr gut organisiert und es war mächtig viel los.




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Unser Paddy war an diesem Tag in Wiesbaden sehr vorbildlich und somit hat er es mir jetzt nun doch richtig angetan, der liebe Kerl. Nachdem er mit Mama Krette am Vormittag, während wir im Wald unterwegs waren total entspannt im Auto geschlafen hat, haben wir ihn am Nachmittag mitgeommen zu den Fortgeschrittenen Retrievern, die ihr Talent rund um die Dummyarbeit in der F-Klasse unter Beweis stellen konnten. Darunter befand sich auch die FT-Labrador Hündin Q von meiner Freundin Pia, die 80 von 100möglichen Punkten erreichen konnte.
Dabei hat Paddy sich weder durch die vielen Menschen mit ihren Hunden, noch durch die Schiesserei im Wald aus der Ruhe bringen lassen, er hatte einige nette und komplikationslose Kontakte zu großen erwachsenen Hunden und alles war sehr entspannt.

Im Restaurant hat er trotz des Trubels auf meinem Schoß geschlafen und wenn er wach war, begrüßte er alle Menschen & Kinder, die in knubbeln wollten, sehr freudig.
Streckenweise ist der Kleine supen an der Leine neben meinem Rolli hergelaufen, was ich sehr beeindruckend fand.
Das war natürlich auch alles sehr anstrengend, aber er er hatte seinen Spass.



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