4. VITA Charity Workingtest
22. und 23.04.2006 in Wiesbaden - Jagdschloss Platte

Am 22. und 23. April 2006 fand auf dem "Jagdschloss Platte" der "4. VITA Charity Workingtest" statt.
"VITA Assistenzhunde" ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, körperlich behinderten Menschen mit Hilfe von Assitenzhunden zu mehr Selbständigkeit und Lebensfreude zu verhelfen. Dafür bilden sie "...speziell ausgewählte Hunde aus, führen sie mit körperlich behinderten Menschen zu Teams zusammen und betreuen die bestehenden Teams das ganze Hundeleben lang weiter.".

Da die Dummyarbeit ebenso zum Konzept dieses Vereins gehört, fand in diesem Jahr bereits der 4. VITA Charity Workingtest statt, zu dem wir uns und unseren Adonis angemeldet haben. Wer uns kennt, der weiss, dass wir mit unserem Jack Russell Terrier seit 1 1/2 Jahren mehr oder weniger ernsthaft Dummy- und Apportierarbeit betreiben.

Deshalb erfreute es uns sehr, dass wir erfuhren, dass auf diesem Charity Workingtest theoretisch alle Hunde bzw. alle Rassen starten dürfen.

Unsere Freundin Pia, die mit ihrer Field Trial Labrador Hündin "Q" sehr erfolgreich mit Dummies arbeitet und uns die Dummyarbeit wesentlich näher gebracht hat und uns bis heute jederzeit mit wertvollen Tipps und Ratschlägen zur Seite steht, legte uns ans Herz, doch auf diesem Workingtest mit unserem Jack Russell Terrier "Bonitas Adonis" in der "Schnupper-Klasse" zu starten.


Gesagt, getan... wir haben uns also dort angemeldet und gestern war es nun endlich so weit!
Von Anfang an war klar, das wird ein anstrengender Tag.
Um 4 Uhr morgens, nach 3 1/2 Stunden Schlaf wurden wir vom Wecker aus unseren Träumen gerissen. Unsere 3 Jackies schauten mit verschlafenen Augen ungläubig von ihren Schlafplätzen zu Gero, als er sich langsam aus dem Bett pellte und Kaffee kochen ging.

Wer uns kennt, kann ansatzweise erahnen, wie schwer es uns fiel, um diese Uhrzeit unsere Nester zu verlassen, aber wir hatten bis Wiesbaden zwei Stunden Autofahrt vor uns und mussten um 8 Uhr an der Meldestelle sein, um unsere Startnummer in Empfang zu nehmen und nix zu verpassen!
Also begann unsere Reise um 6.15 Uhr zusammen mit Pia, die mit ihrer Q am Nachmittag das erste mal in der F-Klasse (Fortgeschrittenen) startete und einer weiteren Freundin, die sich dieses Schauspiel als Zuschauerin nicht entgehen lassen wollte. Mit 3 Autos im Konvoi und 5 Hunden im Gepäck fuhren wir dem spannenden Tag entgegen.

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In Wiesbaden angekommen suchten wir als erstes die Meldestelle, um unsere Startnummer entgegen zu nehmen und da hatten wir auch schon das erste lustige Erlebnis.


Als die nette Frau an der Meldestelle uns sah, meinte sie: "Och, da ist ja mein Adonis!" In meinem Kopf ratterte es und mir fiel beim besten Willen nicht ein, ob und wo wir uns schon mal gesehen haben bzw. war mir klar, dass ich die Frau nicht kannte und wunderte mich, wieso ihr unser Jacky bekannt ist.

Also fragte ich, woher die 2 sich denn kennen, dann aber stellte sich schnell heraus, dass sie damals die Anmeldung bekam und sich sehr wunderte, dass sich ein Jack Russell Terrier für diesen Workingtest anmeldet. Sie erzählte, dass sie wohl geneigt war, mich anzurufen, als sie unsere Meldung in der Post hatte, um sich zu vergewissern, ob wir wirklich wüssten, was das für eine Veranstaltung ist! :-) Naja, nach einem kurzen Plausch verabschiedete sie sich mit den Worten: "Ich bin sehr gespannt!"

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Gegen 9 Uhr waren alle Schnupper-Starter angekommen und die offizielle Begrüßung wurde traditionsgemäß mit einem Jagdbläserchor eröffnet. Am Vormittag sollten insgesamt 29 Hunde geprüft werden (28 Retriever und 1 Jack Russell Terrier waren gemeldet), wobei es am Ende insgesamt nur 27 Retriever und 1 Jack Russell Terrier waren.


Als ich Gero und meinen Adonis zwischen den vielen Retrievern sitzen sah, war ich schon das erste Mal mächtig stolz und sehr erstaunt, dass sich der Kleine nicht von dem ganzen Trubel ablenken liess und ausserordentlich konzentriert auf Gero war.

Wir haben schon im Vorfeld beschlossen, dass Gero an diesem Tag führen wird! Das hat einige Gründe. Ich bin kein Prüfungsmensch, bin viel zu nervös, vor solchen Veranstaltungen, war mir nicht sicher, ob ich mit Rollstuhl in dem Gelände gut zurecht kommen und Bolle und ich haben längere Zeit nicht zusammen trainiert. All diese Gründe sprachen dafür, dass Gero & Bolle auf diesem ersten Workingtest zusammen das Team bilden und ich nur als Zuschauerin und Motivationsfrau diene, obwohl ich um 9 Uhr vollends mit den Nerven am Ende war und selber seelische und moralische Unterstützung brauchte!

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An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Karen und ganz besonders bei Pia bedanken, die uns den gesamten Vormittag bei allen Aufgaben begleitete, Fotos geschossen hat und uns motivierend und aufbauend zur Seite stand.

Nach der Eröffnung durch den Jagdbläserchor wurden uns die 5 Richter vorgestellt und die 28 Teams wurden in 5 Gruppen eingeteilt. Insgesamt musste jeder Hund 5 Aufgaben meistern (bei jedem Richter 1 Aufgabe).

Jede der fünf Gruppen wurde einem Steward zugewiesen. Dieser begleitete uns den gesamten Vormittag zu jeder einzelnen Aufgabe und sorgte dafür, dass niemand verloren ging und alles nach Plan lief. In unserer Gruppe war das der Rolf, der seinen Job sehr gut gemacht hat. Danke dafür!

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Gegen 9.15 Uhr ging jede Gruppe zu ihrer jeweils ersten Aufgabe und im rotierenden Verfahren klapperte jede Gruppe jede Aufgaben und somit jeden Richter ab.

Wir starteten zusammen mit 6 Retrievern in unserer Gruppe und wir begaben uns auf den Weg ins Gelände zu der ersten Aufgabe!

Bei dem ersten Standpunkt angekommen, begrüßt uns der Richter (Malcom Stringer aus GB), erklärt die Aufgabe und legt uns dringend ans Herz, Fragen zu stellen, wenn wir ein Feedback von ihm haben wollen, nachdem die Hunde die Aufgaben erledigt haben. Das wichtigste sollte aber für uns alle sein, dass wir Spass an der Arbeit mit unseren Hunden haben!

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1. Aufgabe:
Einzel-Markierung mit Schuss

Richter: Malcom Stringer (GB)

Aufgabenbeschreibung: Hund und Führer stehen zusammen an einem Abhang, der auf den ersten 5 Metern sehr steil in den Wald führte. Ca. 25 Meter entfernt im Wald standen 2 Helfer (Dummywerfer und Schütze). Die Aufgabe bestand darin, dass der Hund ohne Leine beim Führer "Fuss" sitzen muss. Durch eine Handzeichen signalisierte der Richter dem Schützen im Wald, dass der Schuss fallen kann. Im selben Moment wirft der Werfer ein Dummy, welches der Hund "markieren" muss. Der Hund muss schussfest neben seinem Menschen sitzen bleiben, darf erst auf Kommando zu dem Dummy, um es zu apportieren und sollte auf dem schnellsten Weg wieder zurückkommen, um das Dummy in die Hand seines Menschen ausgeben.

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Bolle sitzt frei Fuss neben Gero! Der Schuss fällt, das Dummy fliegt und landet in ca. 25 Metern Entfernung vor einem Baumstumpf. Bolle ist sehr aufmerksam, bleibt ordnungsgemäß sitzen und wartet auf Gero´s "apport".
Da Gero vermutete, dass Bolle die Fallstelle nicht gesehen hat (so sagt er hinterher) schickte er ihn mit einem "such" auf das Dummy. Da diese Aufgabe eine klassische Markierung war, bei der wir unseren Hund immer mit "apport" schicken, bin ich der Meinung, dass "such" nicht der richtige Befehl war. Bolle stürzte trotzdem in den Wald und schon nach 10 Metern sehe ich, wie er abdriftete, seine Nase einsetzte und offensichtlich suchte! Ob er nun tatsächlich das Dummy gesucht hat oder einer anderen Spur folgte, konnte ich in dem Moment nicht deuten.


Jedenfalls fiel mir hinterher ein, dass der Hund, der zuvor mit dieser Aufgabe dran war, einen dicken Haufen an einen der Bäume gesetzt hat und vielleicht hing der dem Bolle in dem Moment in der Nase. Jedenfalls suchte Bolle sich ebenfalls einen Baum, setzte dort seine Marke hin und kam zurück zu Gero und setzte sich neben ihm hin - OHNE Dummy! Prima! Die Aufgabe war damit eigentlich verpatzt!
Gero ist fassungslos und weiss nicht, was er machen soll. Der Richter sagt: "Ok, try it again!" Das erste Dummy wird vom Helfer wieder eingesammelt, es fällt erneut ein Schuss, wieder fliegt ein Dummy, Bolle sitzt, wie eine eins, gero schickt ihn WIEDER mit "such" und Bolle rennt schnurstracks auf das markierte Dummy zu, findet es sehr schnell, kommt flott mit Dummy zurück und gibt es Gero in der Hand aus. Perfekt!

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Dem Richter hat das sehr gut gefallen. Dafür dass die Aufgabe erst im 2. Anlauf perfekt war, bekommen wir 10 von 20 möglichen Punkten!

Anschließend ging es weiter zur 2. Aufgabe bei Henny Marcussen.
Auch er nahm uns freundlich in Empfang, begrüßte uns und erklärte die Aufgabe und Sinn und Zweck derselben.
Das hat mir grundsätzlich bei den ersten 2 Aufgaben besonders gut gefallen.
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2. Aufgabe:
Steadiness (Überprüfung der Schussfestigkeit) und Einzel-Markierung

Richter: Henny Marcussen (D)

Aufgabenbeschreibung: Hund und Mensch befinden sich auf einem Waldweg. Der Hund sitzt frei Fuss (ohne Leine) neben seinem Führer und bleibt. Der Richter steht neben dem Team und wirft dem Team in 5 Metern Entfernung ein Dummy vor die Füsse. Der Hund muss sitzen bleiben, während der Führer sich auf den Weg zu dem Dummy begibt, um es SELBER zu "apportieren" ;-)
Anschließend soll sich der Führer mit Dummy im Gepäck neben den Hund begeben und auf dem Rückweg fällt ein Schuss und ein Dummy kommt in ca. 25 Meter Entfernung ein Dummy aus dem Wald auf den Weg geflogen. Dieses Dummy darf dann der Hund holen, nachdem er geschickt wurde.

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Während Henny Marcussen diese Aufgabe erklärte, war ich mir nicht wirklich sicher, ob Bolle das schafft. Ich wusste zwar, dass er es KANN, aber ob er es "durchzieht" konnte ich nicht einschätzen.
Aber er hat mich einmal mehr eines Besseren belehrt. :-)

Gero setzt also Bolle neben sich ab, nimmt ihm die Leine vom Hals mit einem kurzen "bleib". Der Richter wirft das Dummy, Gero zieht ohne Hund los, um das Dummy zu holen, Bolle bleibt gespannt sitzen und harrt der Dinge, Gero kommt mit Dummy zurück und Bolle hat sich nicht vom Fleck gerührt. Ich glaube, in diesen 20 Sekunden hat mein Herz aufgehört zu schlagen. Als der Schuss fällt, blickt Bolle sofort, was los ist, sieht das Dummy in 25 m Entfernung fliegen und auf den Weg fallen und wartet auf Geros Kommando ... ... ... ... ... ..."Apport!"

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Bolle schiesst sehr schnell und zielsicher los, die Spannung hat sich bei ihm meines Erachtens unheimlich aufgebaut, während Gero das erste Dummy holte und nun durfte er endlich. Beim Dummy angenommen packt er es und kommt genauso flink wieder zurück und gibt es perfekt aus! Diese Aufgabe haben Bolle & Gero genauso gemeistert, wie Henny Marcussen sie im Voraus beschrieben hat. Ich war total erleichtert, happy, sprachlos!!!

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Der Richter sah das genauso und gab uns dafür 20 von 20 möglichen Punkten!!!

Anschließend erklärt Henny Marcussen den anderen Startern und Zuschauern anhand von Bolles Leistung, das SO ein Retriever arbeiten müsse! Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig. Henny Marcussen meinte, dieser Hund sei aufmerksam, gespannt, schnell und freudig beim zurückkommen, habe "will to please" und arbeite stylisch, da würde man merken, dass der mit Freude und Spass ausgebildet sei.
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Ich hab nach dem ersten Satz gar nicht mehr gehört, was genau er erzählt hat und musste es mir später von Pia nochmal sagen lassen. Ich war einfach nur unheimlich überrascht und hatte etwas mit den Tränen zu kämpfen, weil er anhand unseres Jack Russells erklärte, wie die Arbeit auszusehen hat!

In dem Moment haben wir genau das Feedback, das Lob und die Bestätigung bekommen, auf die zumindest ich lange gewartet habe. Wir haben vorher schon von einigen Leute und Trainern gesagt bekommen, wie gut unser Adonis ist, aber diese Bewertung kam von einem absolut neutralen und unabhängigen Richter, der keine unmittelbare Beziehung zu uns und unserem Hund hat und ich bin vor Stolz fast geplatzt.

Egal was jetzt noch kommen würde, allein dafür hat es sich gelohnt, auf diesem Workingtest zu starten. DANKE!

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3. Aufgabe: Einzel-Walk up mit anschließendem Apport
Richterin: Renate Berger (A)

Aufgabenbeschreibung: Der Hund wird ohne Leine abgesetzt und läuft mit seinem Menschen frei Fuss 10 Meter geradeaus. Dann stoppt das Team und der Führer wirft ein Dummy, welches er vorher in die Hand gedrückt bekam gut 5 Meter weit vor sich. Der Hund muss an der Seite seines Menschen bleiben.
Das Dummy bleibt dort liegen und Mensch und Hund machen eine 180-Grad-Wende, um sich frei Fuss wieder zurück zum Ausgangspunkt zu begeben.
Anschließend wird der Hund auf das Dummy geschickt, um es zu apportieren.

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Diese Aufgabe fand ich auch schwer. Da ich nicht mit zu dieser Aufgabe gegangen bin, weil das Gelände für meinen Rollstuhl etwas unwegsam war, wusste ich vorher nicht, was auf meine beiden Kerle zukam! Ich habe nur von weitem sehen können, wie Gero und Bolle Fuss laufen, wusste aber nicht, worum es geht.

Erst anschließend erfuhr ich den Inhalt der Übung und Pia erzählte mir, dass die zwei ihren Job wieder gut gemacht haben.

Und wieder bekamen wir 20 von 20 möglichen Punkten! Genial!!!

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4. Aufgabe: Einzel-Markierung mit Schuss
Richterin: Lynn Stringer (GB)

Aufgabenbeschreibung: Diese Aufgabe ähnelte sehr der Ersten! Sie findet im Wald statt. Der Hund sitzt frei neben seinem Menschen, es fällt ein Schuss und das Dummy fliegt und fällt hinter einen gefällten Baum. Der Werfer stand in 10 Metern Entfernung rechts vom Team und das Dummy flog dem Mensch-Hund-Team quasi direkt vor die Füsse (15 Meter entfernt). Der Hund soll schnell hin zur Markierung und das Dummy zum Führer bringen.

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Als ich den Inhalt dieser Aufgabe durchschaute, überlegte ich mir, wo da der Haken ist, denn imgrunde war es die gleiche Aufgabe, wie bei Malcom Stringer, nur dass das Gelände ein Anderes war und das bei dieser Aufgabe die Entfernung nicht so groß war. Aber es gab keinen Haken, es war eine einfache Markierung. Ein Unterschied zur ersten Aufgabe war, dass das Dummy vom Hund aus nicht sichtbar war, weil es hinter dem umgefallenen Baumstamm lag, aber "markieren" konnte der Hund das Dummy sehr gut (aber es hätte auch ein Zufall sein können, dass es hinter dem Baum landete - Pia sagt, es war kein Zufall ;-)).
Ausserdem hab ich überlegt, ob die Richterin hier Wert drauf legt, dass der Hund ohne zu zögern über den Baumstamm drüber hüpft, anstatt ihn zu umgehen oder von dem Hindernis zu stoppen. Aber ich glaube, das war egal.


Gero setzt also den Bolle neben sich ab und entfernt die Leine, der Schuss fällt, das Dummy fliegt, Bolle sitzt und wartet gespannt auf das "apport".
Bolle schiesst zielsicher los. Ich weiss es nicht mehr genau, aber ich glaube, er springt über das Hindernis und findet direkt dahinter sofort das Dummy.

Nachdem er es aufgenommen hat, kommt er sehr flott wieder mit Dummy zurück und bei Gero angekommen, lässt Bolle es vor Geros Füsse fallen, nimmt es sofort wieder auf und springt an Gero hoch, um es ihm in die Hände zu geben.

Ich weiss nicht, ob Bolle das Dummy rausgefallen ist, oder ob er es ausgespuckt hat. Auf dem Bild kann man jedenfalls erkennen, dass er das Dummy nicht gut gepackt hat und vielleicht ist es ihm deswegen rausgerutscht. Keine Ahnung! Bolle wollte dazu keine Stellung nehmen. ;-)

Für diese Aufgabe bekommen wir 19 von 20 möglichen Punkten!

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Nach Absolvierung dieser Aufgabe sehe ich, wie Gero sich kurz mit Lynn Stringer unterhält und sie mit ihrem Fotohandy ein Foto von meinen beiden Männern schiesst. Währenddessen unterhielt ich mich mit der Starterin, die vor uns dran war und ich frage sie, ob von ihr und ihrem Oskar auch ein Foto geschossen wurde und nachdem sie mit "nein" antwortet, wurde mir klar, dass sie ein Foto schiesst, weil sie gerade einen Jack Russell Terrier gerichtet hat! Und wieder kann ich es kaum glauben.


Später am Abend hab ich mich noch einmal kurz mit Lynn Stringer unterhalten und sie erzählte, dass sie unbedingt ein Foto machen musste, weil ihr in England sonst niemand glauben würde, dass sie einen gut arbeitenden Jack Russell Terrier gerichtet hat! Des weiteren erzählte sie, dass sie glaubte, dass Gero als Passant zu ihr kam, um irgendeine Frage zu stellen oder ähnliches und als sie dann die Startnummer an Geros Jacke sah, wurde ihr erst klar, dass sie ihn jetzt wohl richten soll! ;-)

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"He was my favorit dog today" sagte sie und Malcom Stringer klopfte uns bei der Verabschiedung mit dem Kommentar "well done" auf die Schulter.

Nun ging es weiter mit der 5. und letzten Aufgabe. Auf dem Weg dorthin haben wir gegrübelt, was jetzt noch kommen könnte. Eine Doppelmarkierung? Eine Suche? Pia sagte dann, dass eine Doppelmarkierung für Schnupper-Niveau kaum in Frage kommt, also blieb nur noch die Suche.




5. Aufgabe:
Überprüfung der Schussfestigkeit und Freiverloren-Suche

Richter: Robert Kaserer (A)

Aufgabenbeschreibung: Diese Aufgabe musste ich mir auch hinterher erklären lassen, da sie mitten im Wald auf einem Hügel hoch oben stattfand und ich dementsprechend von unten nichts sehen konnte.

Die Aufgabe begann mit der Überprüfung der Schussfestigkeit. Der Hund sitzt abgeleint neben seinem Menschen. Der Richter versteckt sich hinter einem 5 Meter entfernten Baum und schiesst zweimal. Die bisherigen Schüsse kamen grundsätzlich aus einer Entfernung von mindestens 15 Metern und sind dementsprechend nicht so laut, wie der bei dieser Übung.

Des weiteren sind in 10 Metern Entfernung auf einem Gebiet von ca. 20 x 20 Metern Dummies versteckt.
Die Aufgabe für den Hund besteht darin, aus diesem Gebiet 2 Dummies zu holen. Dabei muss der Hund selbständig seine Nase benutzen und genügend "Finderwillen" zeigen.

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Gero und Bolle werden mit einem ungläubigen Blick von Robert Kaserer begrüßt. Auf Herrn Kaserers Frage, ob man den Hund denn ableinen könne, antwortete Gero mit vollster Überzeugung: "aber selbstverständlich!"

Also stand der Aufgabe nichts mehr im Weg.

Bolle wird also abgeleint, der Richter schiesst, Bolle bleibt, angespannt und aufmerksam.

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Nachdem der Richter sein OK gibt, schickt Gero Bolle mit "such" in das Gebiet. Bolle rennt etwas zögerlich los und schaut sich nach 5 Metern nochmal ungläubig zu Gero um. "Ich hab doch gar kein Dummy fliegen sehen!" Aber Gero verzichtet darauf, ihm nochmal ein "such" zu geben, um ihn nicht noch mehr zu verunsichern und in dem Moment kann Gero beobachten, wie Bolle etwas in die Nase steigt und er rennt zielsicher zur Quelle des Geruchs an einen Baum und findet sein erstes Dummy, welches er schnell bringt.
Da Gero und Pia das Dummy am Baum nicht sahen, hatten sie schon die Vermutung, dass er das Bein hebt, um seine Marke zu hinterlassen, aber er hat tatsächlich das Dummy gerochen. SUPER!!!

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Nach dem ersten Apport schickt Gero Bolle erneut mit "such" in das Gebiet, Bolle rennt zuverlässig und ohne zu zögern los und schnüffelt sich durch das Suchgebiet. Perfekt, er hat ein Zweites gefunden und apportiert es, um schnell zurück zu kommen.

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Für diese Aufgabe bekommen wir 18 von 20 möglichen Punkten.



Nun war es geschafft. Es war 12.30 Uhr, alle 5 Aufgaben waren erledigt und wir waren sehr zufrieden.

Nun hatten wir Mittagspause, die wir am Auto damit verbrachten, alle unsere 3 Jackies mit Wasser und Futter zu versorgen. Bolle war müde und durfte sich in seinen Kennel zurückziehen. Unsere beiden Mädels Lotte und Krette, die den Vormittag im Auto verbrachten, waren putzmunter und verschwanden nun erstmal mit Gero im Wald.

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Da wir nun bei den 5 Aufgaben offensichtlich gut abgeschnitten haben und ein sehr gutes Gefühl hatten, haben wir beschlossen, auf jeden Fall bis Abends zu bleiben, um bei der Siegerehrung dabei zu sein. Ursprünglich hatten wir überlegt, nachdem Q und Pia am Nachmittag mit ihren F-Aufgaben durch sind, wieder nach Hause zu fahren, denn schließlich waren wir seit 4 Uhr morgens auf den Beinen, es war bis zur Mittagspause eiskalt und ich hab nicht wirklich damit gerechnet, dass ich so lange sitzen kann.

Nun waren wir aber so euphorisch, dass wir beschlossen, bis zur Siegerehrung zu bleiben, die für 19 Uhr angesetzt war.

Ich muss dazu sagen, dass wir nach den jeweiligen Aufgaben nicht sofort gesagt bekommen haben, wieviel Punkte wir für die jeweiligen Aufgaben bekommen haben. Das sollten wir erst am Abend bei der Siegerehrung erfahren. Wir hatten also nur ein unglaublich gutes Gefühl, haben positives Feedback von Pia bekommen und haben einen absolut respektabel arbeitenden Bolle gesehen und waren sehr zuversichtlich, dass wir mit Punkten ziemlich weit oben liegen.



Nach einem kurzen Imbiss und einigen kurzen Gesprächen mit anderen Teilnehmern sollte es um 14 Uhr mit den Startern der Fortgeschrittenen-Klasse weiter gehen. Nun wurde es Ernst für Pia und Q.

Ursprünglich hat Pia sich für die A-Klasse (Anfänger) gemeldet, die am Sonntag starten sollte. Aber am Freitag hat sie beschlossen, in der F zu starten, damit sie nicht Samstag mit uns UND Sonntag nach Wiesbaden muss. Und da in der F-Klasse wohl noch was frei war, war die Ummeldung nicht schwierig.

Ausserdem war der Start in F für Pia und Q ein guter Test, ob sie denn schon soweit sind, auf diesem Niveau zu starten, weil dieser Workingtest nicht offiziell gezählt wird.

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Pia war unheimlich nervös, was sich aber bereits nach der ersten Aufgabe ziemlich schnell änderte (Zweier-Walk-up mit Doppelmarkierung). Diese Aufgabe haben die beiden sehr gut gelöst (20/20 Punkten)!

Die 2. Aufgabe (Doppelmarkierung und 1 Blind) hat sie mit 29 von 30 möglichen Punkten absolviert.

Von dieser Aufgabe war ich absolut begeistert. Ich empfand sie als sehr schwierig und war begeistert, wie toll Q gearbeitet hat! Ich glaube, die Richter sahen das ähnlich! Nur 2 der 14 Starter der F-Klasse bekamen für diese Aufgaben die volle Punktzahl!

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Die 3. Aufgabe bei Henny Marcussen ähnelte sehr unserer 2. Aufgabe, sie war dem F-Niveau angepasst und somit etwas schwieriger. Wie sich später herausstellte, sah die Aufgabe leichter aus, als sie tatsächlich war. Erschwerend kam hinzu, dass Mensch und Hund gegen die Sonne arbeiten mussten und somit so gut wie nix sehen konnten (17 von 20 möglichen Punkten).

4. Aufgabe (18 von 20 Punkten)
5. Aufgabe (18 von 20 Punkten)

Wer mehr Interesse an den einzelnen Aufgaben von Pia und Q hat, der erfährt HIER mehr darüber!!!

Alles in allem war auch Pia mehr als zufrieden mit ihrer Arbeit (auch sie sollte ihre Punkte erst nach der Siegerehrung erfahren) und nun hiess es nur noch... "abwarten" und zu Abend essen. ;-)

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Nach dem Essen sollte es für uns alle nochmal spannend werden, denn die Siegerehrung stand kurz bevor. Begonnen wurde mit den "Schnupperern". Die Platzierungen wurden natürlich in umgekehrter Reihenfolge bekannt gegeben, beginnend mit Platz 28. Es sollte ja spannend bleiben!!! ;-)

Jedenfalls wurden die Platzierungen bekannt gegeben... Platz 28, 27, 26, 25, 24 u.s.w. Platz 20 und wir wurden immer noch nicht aufgerufen.
Die Punkte der Platzierungen zwischen Platz 28 bis 20 lagen zwischen 48 und 79 Punkten. Ab 80 Punkten wurde bereits das Prädikat "sehr gut" vergeben und zumindest ich war mir sicher, dass wir jetzt bald aufgerufen werden.

Also ging es weiter mit Platz 19, 18, 17, 16, 15 und wir waren immer noch nicht dabei! Die Spannung stieg ins Unermessliche und ich hatte kurz die Vermutung, dass wir vergessen wurden oder "ausser Konkurrenz" liefen und bei jedem Team, welches aufgerufen wurde, fiel mir ein großer Felsbrocken vom Herzen, wenn ich nicht "BONITAS ADONIS" hörte. ;-)

Letzten Endes sollte es für uns der 13. Platz von insgesamt 28 Startern sein, mit 87 von 100 möglichen Punkten und dem Prädikat "sehr gut"! Der Preisrichter leitete den 13. Platz damit ein, dass er sehr erstaunt war mit der Leistung eines Hundes, der KEIN Retriever ist und dass dieser kleine Jack Russell Terrier so gut gearbeitet hat und er nicht daran geglaubt hat, so etwas an diesem Tag zu sehen zu bekommen. Bolle sei an diesem Tag die "absolute Sensation" gewesen sein und die Richter wären begeistert gewesen!
Ich bin fast geplatzt vor Stolz! Immerhin haben wir tatsächlich 16 Retriever hinter uns gelassen. ;-)


Pia und ihre schwarze Rakete Q haben den sensationellen 3. Platz, mit 102 von 110 möglichen Punkten und dem Prädikat "vorzüglich" belegt!
Herzlichen Glückwunsch dafür! Wir waren alle geplättet!

Alles in allem war das ein wunderbar gelungener Tag. Vielen Dank dafür an das Team von "VITA-Assistenzhunde" und an alle Richter, und Helfer, ohne die dieser Tag nicht umsetzbar gewesen wäre. Wir haben einiges dazu gelernt, hatten sehr viel Spass, sind jetzt mehr denn je motiviert, weiter zu arbeiten und sind bestimmt beim nächsten Jahr wieder dabei!

Des weiteren möchte ich mich nochmal ausdrücklich bei dir, liebe Pia bedanken! Du hast uns immer bestärkt, immer an uns geglaubt und danke dafür, dass du uns jederzeit mit Tipps und Ratschlägen versorgst!
Ausserdem bedanken wir uns bei Waltraud Horst (unserer Dummytrainerin), die uns in ihren Kursen ebenfalls schwer unter die Arme gegriffen und Feinschliff gegeben hat. Last but not least bedanken wir uns bei Günther Kohler, der unseren Adonis einige Wochen vor diesem Workingtest unter seine Lupe genommen hat, uns mit Tipps versorgte und motiviert hat!!!

Liebe Angela und lieber Pauli! Auch eure seelische und moralische Unterstützung aus der Ferne ist ein Dankeschön wert!!!